22. September 2009

Fado in Portugal


Die Geschichte des Fado

Wo der Fado seinen Ursprung hat - in den Minnegesängen, den sehnsuchts- oder hoffnungsvollen Liedern auf den Karavellen der Entdecker oder im Lundum-Gesang der schwarzen Sklaven Brasiliens - ist ungewiss.

Das Wort jedenfalls leitet sich ab von fatum, was so viel wie Schicksal bedeutet. Erstmals schriftlich erwähnt wird er in der erstren Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Sänger des Fado nennt man „Fadista" – das Wort gilt für Männer und Frauen gleichermaßen.

Ursprünglich war der Fado der Gesang des einfachen Volkes; man brachte ihn mit Orten zweifelhaften Rufs und verbotenen Leidenschaften in Verbindung. Doch Ende des 19. Jahrhunderts eroberte er die Salons der Adeligen und des Bürgertums, in denen das Klavier oftmals die Gitarre ersetzte.

Internationale Bekanntheit erlangte der Fado durch die Stimme von Amália Rodrigues (1920-1999), die anlässlich ihres Todes von der Internationalen Presse mit so begnadeten Interpretinnen wie Ella Fitzgerald, Edith Piaf oder Ollum Kalsum verglichen wurde. . Insgesamt soll Amália Rodrigues etwa 170 Schallplatten besungen haben; außerdem spielte sie in etlichen Filmen mit. Ihr letzter öffentlicher Auftritt war bei der Weltausstellung in Lissabon, bei der Expo1998. .
In Lissabon gibt es in der Rua de São Bento das „Museu Fundação Amália Rodrigues".

Der Fadogesang, zu dem ursprünglich die klassische Gitarre und die portugiesische Gitarre - eine vom arabischen oder englischen Minnegesang beeinflusste, zwölfsaitige Gitarre - gespielt wurden, wird auch heute noch von diesen beiden Instrumenten begleitet, manchmal auch von Kontrabass, Saxofon oder sogar Orchester. Moderne Fadistas wie etwa Mariza experimentieren mit weiteren Instrumenten.

Fado wird traditionell in so genannten Fadohäusern gesungen: Man isst und trinkt vor dem Auftritt des Sängers – doch kaum erhebt er (oder sie) die Stimme, wird es still. Kein Gespräch, kein Geschirr- oder Besteckklappen, kein Gläserklirren: Wenn der Fado erklingt, lauscht man andächtig. Und fühlt mit der Stimme des Sängers die eigenen Sehnsüchte wach werden, erinnert sich an Liebesglück – und Liebesleid.


Die neuen Fadistas

Madredeus wurde 1987 gegründet und ist eine der auch international bekanntesten Musikgruppen, die sich dem Fado – aber auch eigenen Kompositionen – verschrieben hat.
Mariza (geb. 1973) ist heute ebenfalls – wie Amália – weit über die Grenzen Portugals international bekannt und gilt als würdige Nachfolgerin der „Königin des Fado". Sie gewann mehrmals den BBC Award für „Best European Artist".
Dulce Pontes (geb1969) und Cristina Branco (geb. 1972) sind ebenfalls international bekannte Fadosängerinnen, ebenso wie Misia (geb 1955) und Teresa Salgueiro (geb. 1969), die Sängerin von Madredeus, die eine Solokarriere begonnen hat.
Camané (geb.1967) ist der Künstlername von Carlos Manuel Moutinho Paiva dos Santos Duarte, einem der männlichen Fadistas unserer Zeit.
Telmo Pires (geb. 1973) singt seit 2002 Fado und hat einen sehr eigenen Stil entwickelt. Er stellte sein erstes Fado-Album in Berlin vor.

Quelle: http://www.portigua.com/

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